Da hat er gestaunt

Heute hat ein Dienstleister mehrere große und schwere Pakete bei uns abgeholt. Er und sein Kollege mussten mehrmals hoch und runter und mussten ganz schön schnaufen. Für solche und andere ähnliche Fälle haben wir ein Gläschen auf unserer Garderobe bereitstehen: mit  2,- €-Münzen und 5,- und 10,- €-Scheinen, je nachdem.
„Haben Sie vielen Dank und hier ist was für Ihren Kaffee unterwegs“… Er sah so überrascht auf und hat sich so ehrlich gefreut und bedankt, dass es mich beinahe bestürzt. Warum? Weil es anscheinend selten vorkommt, dass die Jungs (und Mädels), die schwere körperliche Arbeit verrichten und wenig verdienen, ein Trinkgeld bekommen.

Hat die „Geiz ist geil“ – Kultur hier ihre Spuren hinterlassen? Also ich gebe gerne, auch an ungewöhnlichen Orten, z.B. der Klofrau während der Events oder Seminaren, die den ganzen Tag für uns eine saubere Sache bereithält und kein Schälchen aufstellen darf … oder der Asylbewerberin, die kein deutsch kann und im Schnellrestaurant die Tische abräumt. Die Blicke solltest du mal sehen, sie können es kaum glauben. Es gibt tausend Möglichkeiten, jemanden zu überraschen, zu wertschätzen und ein großes Herz auszuleben. Und davon werde ich innerlich wohlhabender und nicht ärmer.

Geiz ist schlimm. Er zeugt von eigenem Mangelgefühl, von Ichbezogenheit, von Kontrollzwang, von Angst, etwas zu verlieren, von Enge und macht einsam. Großzügigkeit innerhalb deines Rahmens macht dein Herz froh, gibt dir ein Gefühl von Dankbarkeit und Freude. Du bekommst mehr als du gibst. Wenn du wirklich selbst wenig hast, gibst du eben 50 Cent und erlebst dennoch Freude. Früher hiess das „Adel verpflichtet“. Ich würde sagen: „Wohlleben verpflichtet“

Schreibt mir gerne, welche Erfahrungen ihr damit macht.

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